19. Dezember 2023

tuerchen 19 kakaotasse

Gefühle statt Gedanken,Vorwürfe, Schuld

Nachdem eine konkrete Beobachtung ohne Bewertung gemacht wurde, geht es im zweiten Schritt darum, die eigenen Gefühle, die durch diese Beobachtung ausgelöst wurden, zu erkennen und auszudrücken.

Es ist wichtig, zwischen echten Gefühlen und Gedanken oder Interpretationen zu unterscheiden.

Wir benennen klar, wie wir uns fühlen zum Beispiel traurig, frustriert, einsam, unter Druck, glücklich, erfüllt, usw., nicht wie wir denken, dass wir uns fühlen. Dafür müssen wir wirklich wahrnehmen, was in unserem Inneren los ist.

Dies hilft dabei, Verantwortung für die eigenen Emotionen zu übernehmen und vermeidet Schuldzuweisungen oder Kritik an anderen.

Zum Beispiel könnte man auf die Beobachtung „Du bist die letzten drei Male 15 Minuten nach der vereinbarten Zeit gekommen“ mit einem Gefühl reagieren wie

  •  „Ich bin besorgt, ob es Dir gut geht“,
  • „Ich bin traurig, wenn ich zur spät zur Vorstellung komme“

anstatt mit einer Interpretation wie „Du bist rücksichtslos“.

Wir unsere Gefühle klar und offen kommuniziert, kann eine tiefere Ebene der Verständigung erreicht werden.

Von den Gefühlen unterscheiden müssen wir sog. „Nichtgefühle“. Zum Beispiel: „Ich fühle mich provoziert“ ist kein Gefühl! Ebenso: „ich fühle mich betrogen/ausgenutzt/nicht verstanden etc – drücken keine echten Gefühle aus.

Beobachten Sie sich bewusst in besonderen Situationen

  • Sie sind sauer, weil etwas passiert ist. Halten Sie kurz inne und fühlen Sie in sich hinein, was genau fühlen Sie jetzt? Sind Sie vielleicht: ängstlich, unter Druck, einsam, hilflos, traurig, ohnmächtig, unzufrieden, hoffnungslos, unsicher, gelähmt, gelangweilt…..Spüren Sie dieses Gefühl auch körperlich?
  • Sie sind gut gelaunt. Was genau fühlen Sie jetzt? Sind Sie vielleicht:  fröhlich, inspiriert, sicher, dankbar, entspannt, zufrieden, erleichtert, erfüllt….. Können Sie dieses Gefühl auch körperlich wahrnehmen?
Diese Übungen helfen, sich mit den eigenen Gefühlen auseinanderzusetzen, um Sie sich bewusst zu machen und auch benennen zu können.

Tipp: Sie werden gefragt, wie es Ihnen geht. Unser Wortschatz kennt da häufig die Worte „gut“ oder „muss“ oder „schlecht“- aber da gibt es noch so viel mehr. Erweitern Sie Ihren Gefühls-Wortschatz, in dem Sie sich die Zeit nehmen, wirklich in sich hineinzuhorchen. Was Sie davon im Small-Talk preisgeben, ist wieder eine andere Sache.