20. Dezember 2023

weihnachtsbaum auf beigem grund mit sternen

Bedürfnis statt Strategie

gfk dritter schritt beduerfnis statt strategie

Nachdem in den vorangegangenen Schritten eine Beobachtung geteilt wurde und die eigenen Gefühle identifiziert wurden, geht es nun darum, die zugrunde liegenden Bedürfnisse zu erkennen und zu benennen.

Je nach dem, inwieweit unsere Bedürfnisse erfüllt oder nicht erfüllt wurden, werden unsere Gefühle ausgelöst.

In diesem dritten Schritt versuchen wir zu verstehen, was wir wirklich brauchen. Dies können grundlegende menschliche Bedürfnisse sein wie Sicherheit, Verbindung, Anerkennung, Autonomie, Ruhe, Freude, Gleichbehandlung, Sinnhaftigkeit, Spaß, Stille, Kreativität usw..

Wir Menschen haben alle die gleichen Bedürfnisse, jedoch mit unterschiedlicher Priorität.

Es ist hilfreich, dass diese Bedürfnisse klar und konkret formuliert werden.

Beispiel

  • Du warst 15 Minuten nach der vereinbarten Zeit da. Ich bin frustriert, weil mir im Beruf Effizienz wichtig ist.
  • Deine Tasse stand auf der Spüle, nicht in der Spülmaschiene. Ich bin hilflos, weil (wir es anders vereinbart hatten und) mir Struktur und Ordnung wichtig ist.
  • Der Termin wurde zum zweiten Mal verschoben. Ich bin verunsichert, weil ich Planungssicherheit brauche.
  • Sie haben um Mitternacht Posaune gespielt. Ich bin enttäuscht und hilflos, weil mir Ruhe und gute Nachbarschaft wichtig ist.

Die Identifikation und Artikulation der eigenen Bedürfnisse in der GFK dient dazu, ein tieferes Verständnis für sich selbst zu entwickeln und gleichzeitig die Grundlage für den nächsten Schritt, die Formulierung einer Bitte, zu schaffen. Denn je besser wir unsere Bedürfnisse benennen können, wir also wissen, was wir brauchen, umso besser können wir dafür einstehen und eine entsprechende Bitte an andere formulieren.

Indem wir uns der eigenen Bedürfnisse bewusst werden, ist es auch leichter, die Bedürfnisse anderer zu erkennen und zu respektieren, was zu einer wertschätzenden Kommunikation beiträgt.

Wichtig: Bedürfnisse sind von den Strategien zu unterschieden. Strategie ist das, was wir unternehmen, um das Bedürfnis zu erreichen.

  • Anerkennung ist das Bedürfnis, eine Strategie wäre nachts durchzuarbeiten.
  • Ordnung ist das Bedürfnis, Aufräumen eine Strategie
  • Gemeinschaft ist das Bedürfnis, ein Hobby im Verein ist eine Strategie.

Denken Sie an Situationen zurück, in denen Sie starke Gefühle erlebt haben, sowohl positive als auch negative.

Fragen Sie sich: „Welche Bedürfnisse standen in diesen Momenten im Vordergrund?“ Überlegen Sie, was Sie in die Situation gebraucht hätten (Ruhe, Vertrauen, Struktur, Abwechslung, Sinnhaftigkeit, Zusammenarbeit etc.

„Wenn wir unsere Bedürfnisse nicht ernst nehmen,  tun es andere auch nicht.“ Marshall B. Rosenberg