7 effektive Tipps, um die eigene Kommunikationsfähigkeit zu verbessern

Eine Klientin meinte einmal frustriert zu mir: „mit meiner Kommunikationsfähigkeit ist es ja nicht weit her“. Ergänzend erzählte sie von einem wichtigen persönlichen Gespräch, das „irgendwie“ anders verlief als geplant. Anstatt sich auszutauschen, schienen die Worte hin und her zu fliegen, ohne dass die Gesprächspartner aufeinander eingegangen wären, und dann gab es auch noch einen eher unschönen Abschluss.

 Später, alleine mit ihren Gedanken, reflektierte sie über das Gespräch und fragte sich: Wie hätte dieses Gespräch freundlicher, verbindlicher und zielführend gestaltet werden können?

Schauen wir im Folgenden auf 7 effektive Tipps, die uns helfen, unsere Kommunikationsfähigkeiten zu verbessern; denn wer nicht adäquat kommuniziert, wird möglicherweise falsch verstanden, kann andere nicht überzeugen und verhindert damit echte Verbindung zu anderen.

Inhalt

Kommunikationsfähigkeit

Wir finden Gespräche zuweilen anstrengend, stressig und wenig bereichernd, wohingegen es angenehme Unterhaltungen, zielführende Debatten und lösungsorientierte Streitgespräche gibt. Wie kommt es zu diesen Unterschieden?

Kommunikationsfähigkeit ist die Fähigkeit Informationen, Gedanken, Botschaften und Gefühle effektiv und effizient zu übermitteln und zu empfangen. Diese Kompetenz ist nicht nur auf das gesprochene oder geschriebene Wort beschränkt, sondern umfasst weitere Aspekte wie nonverbale Kommunikation oder Empathie.

In langweiligen ebenso wie in herausfordernden Gesprächen haben wir manchmal das Gefühl eher kommunikationsunfähig zu sein. Dabei ist es recht einfach, die eigene Kommunikationsfähigkeit zu verbessern, wenn wir einige Aspekte beachten. Wie so oft gilt auch hier: Übung macht den Meister bzw. die Meisterin.  

7 effektive Tipps zur Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit

1. Nonverbale Kommunikation

Tatsächlich ist es von großer Bedeutung, wie wir in einer Gesprächssituation auftreten. Nonverbale Signale wie Körpersprache, Gesichtsausdruck und Augenkontakt spielen eine entscheidende Rolle in der Art und Weise, wie unsere Worte wahrgenommen werden.

Wenn wir körperlich angespannt sind, wird sich das ebenso auf unsere Kommunikation auswirken, wie wenn wir freudig oder traurig sind. Nicht dass Sie mich falsch verstehen: all das hat seine Berechtigung. Wir sollten uns aber bewusst machen, welche Signale wir damit senden.

Ideal ist es, wenn unsere Körpersprache mit dem übereinstimmt, was wir sagen. Beispiel: Ein offener, zugewandter Körperausdruck und angemessener Augenkontakt können Vertrauen schaffen und unsere Botschaft verstärken.

2. Tonfall

Der Ton macht die Musik: Unterschiedliche Tonlagen können unterschiedliche Emotionen hervorrufen und die Art und Weise beeinflussen, wie unsere Bemerkung aufgenommen wird.

Das bedeutet, dass uns ein freundlicher und wertschätzender Umgangston in unserem Wunsch nach verbindender Kommunikation unterstützen wird.

Auch die Lautstärke sollte der Situation angemessen sein, wobei Anschreien immer ein No-Go ist, da wir damit nicht mehr wertschätzend agieren.

3. Hinhören, statt nur Zuhören

Wenn wir genau hinhören in einem Gespräch, sind wir unserer Gesprächspartnerin oder unserem Gesprächspartner zugewandt; wir haben den Fokus voll auf das Gespräch und beschäftigen uns mit keiner Ablenkung. Wir hören dabei auf die Worte, den Klang der Stimme, die Emotionen etc.

Wenn wir etwas nicht verstehen, sollten wir das Gehörte zunächst aufgreifen (z.B. in einer kurzen Zusammenfassung) und nachfragen, welche Aussage für uns nicht schlüssig ist (siehe auch Aktives Zuhören). So kann aus Hören und Verstehen echtes Verständnis entstehen.

4. Vermeiden von Annahmen

Wir neigen mitunter dazu, Annahmen über die Gedanken, Gefühle oder Absichten anderer zu machen. Beispiel: Eine Frau kommt nach Hause und spricht über den stressigen Arbeitstag. Ihr Partner schließt daraus, dass sie unglücklich ist. In Wahrheit war es aber für die Frau ein erfolgreicher Tag, der eben auch anstrengend war.

Diese Annahmen können, wenn sie nicht der Wahrheit entsprechen, zu Missverständnissen und Konflikten führen.

Wir bleiben stattdessen am besten offen, fassen das Gehörte zusammen und stellen Verständnisfragen. So klären wir, ob wir unser Gegenüber wirklich verstanden haben oder ob wir lediglich interpretiert und bewertet haben. Dann erst reagieren wir.

Zu unserem Beispiel: Der Partner könnte , z.B. wie folgt reagieren: „ich habe gehört, du hattest heute viel Stress. Wie geht es Dir damit?“ Vielleicht antwortet die Frau: „ja, es war sehr stressig und gleichzeitg habe ich viel erreicht – alles in allem ein erfolgreicher Tag“.

5. Gefühle und Emotionen wahrnehmen

Wenn wir in der Lage sind, unsere eigenen Emotionen und Gefühle und die unseres Gegenübers wahrzunehmen, können wir angemessen auf die bzw. den anderen reagieren und eine Verbindung schaffen.

Empathie oder Einfühlungsvermögen bedeutet dabei, die Gefühle der/des anderen mitzuerleben, ohne mitzuleiden oder gar diese Gefühle für sich selbst anzunehmen.  

Unser Einfühlungsvermögen können wir schulen, indem wir versuchen, die Perspektive anderer einzunehmen (ohne damit einverstanden sein zu müssen).

Empathisches Kommunizieren führt zu erfüllenden Gesprächen und Verbindung, da wir Emotionen wahrnehmen und einbeziehen. Wir Menschen möchten gesehen werden mit all unseren Gedanken und Gefühlen. 

6. Klarheit

Mal ehrlich: Nichts regt uns mehr auf, als Geschwafel und Geschwurbel.

Wir freuen uns, wenn Menschen mit ihren Aussagen rasch auf den Punkt kommen und wir wissen, woran wir sind.

Ein klarer und prägnanter Kommunikationsstil verhindert Missverständnisse. Fachjargon, der unseren Gesprächspartnerinnen und – partnern nicht vertraut ist, schafft Verwirrung.

Wir dürfen uns daher an den Spruch erinnern: Weniger ist oft mehr. Wir sollten unsere Kernbotschaft einfach und direkt übermitteln.

7. Feedback

Wir geben Feedback auf eine Weise, die unterstützend und nicht abwertend ist, und wir konzentrieren uns darauf, relevante Lösungen anzubieten.

Auch wir sind offen dafür, Feedback zu erhalten. Feedback – ob positiv oder konstruktiv – ist ein wertvolles Werkzeug, um unsere Kommunikationsfähigkeiten zu verbessern. Wir können diese Rückmeldungen als Gelegenheit zum Lernen und Wachsen nutzen.

Fazit

Durch gezielte und bewusste Anwendung dieser einfachen und schnell umsetzbaren Tipps lässt sich die eigene Kommunikationsfähigkeit merklich steigern.

Wir achten auf richtiges Zu- und vor allem Hinhören, klare und präzise Sprache und die Bedeutung nonverbaler Signale. Die Bereitschaft, Feedback anzunehmen und an uns selbst zu arbeiten, spielt ebenso eine Rolle. Kurzum, die Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit ist ein zugänglicher und lohnender Prozess, der sowohl im beruflichen als auch im privaten Kontext zu tieferen und effektiveren Gesprächen führt.

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Ulla Sieburg-Gräff
Ulla Sieburg-Gräff

*Coachin für alle, die ihre Kommunikation erneuern und ihre Konflikte lösen möchten sowie für Menschen mit schwierigen Entscheidungen und in Umbruchphasen.
*Mediatorin für alle, die ihre Konflikte lösen möchten.

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