Lebensveränderung: Unbekannte Türen öffnen für neue Wege

Es ist Adventszeit und die meisten unter uns werden es lieben: das Öffnen von Türchen im Adventskalender. Es ist spannend, was sich dahinter verbirgt. Ein schönes Ritual für die Vorweihnachtszeit.

Als ich vor einiger Zeit etwas traurig und zweifelnd war, sprach mir jemand Mut zu mit den Worten: Es wird sich eine Tür öffnen…

Das ist zunächst nur ein Spruch, wie wir ihn schon oft gehört haben und vermutlich auch schon selbst weitergegeben haben. Eine Tür geht zu, eine neue geht auf – auch so ein Spruch.

Nur ein Spruch? Nein, für mich nicht. Ich habe diese Erfahrung schon oft gemacht.

In unserem Leben haben wir schon häufig vor verschlossenen Türen gestanden. Real und auch bildlich gesprochen. Das ist unschön, weil es uns auf eine Warteposition schiebt, die wir vielleicht gar nicht wollen.

Und doch kann es so ein guter Moment sein, um achtsam wahrzunehmen, wo wir gerade stehen und wo wir hin wollen.

Neue Türen öffnen für Veränderung

In Umbruchphasen unseres Lebens stehen wir an dieser Stelle. Eine Tür schließt sich oder wir schließen sie aktiv. Das ist ein Zeitpunkt, um Altes loszulassen, das kann schmerzhaft sein oder aber (auch) befreiend.

Die Kündigung eines Jobs zum Beispiel. Vielleicht haben wir tolle Arbeit geleistet und hatten ein gutes Team und doch gibt es Zeiten für Erneuerung.

Am Enden einer Freundschaft oder Partnerschaft bricht zunächst die Welt zusammen. Ein einschneidender quälender Moment.

In der Lebensmitte sehnen wir uns möglicherweise nach Erneuerung oder einer (Lebens-)Veränderung. Vielleicht lag eine zeitlang unser Fokus auf dem Familienleben und wir suchen nun neue Ziele und Herausforderungen.

Dann stehen wir da und wissen, so geht es nicht weiter. Wir wünschen uns Veränderung. Wenn wir nichts ändern, dann wird es so bleiben. Wir bleiben – bildlich gesprochen auf dem Flur stehen – sind weder in den einem Raum noch im anderen. Das macht uns hilflos, unsicher und oft sehr unzufrieden.

Neue Türen öffnen in Zeiten der persönlichen Veränderung

Durch bewusstes „Bewegen“ können wir etwas ändern

Möglicherweise ist die nächste Tür verschlossen. Sind wir bereit, es zu wagen und öffnen die Tür? Das macht uns vielleicht erst mal Angst. Das ist ok. Das gehört dazu, wenn man sich auf den Weg macht.

Was ist, wenn die Tür nicht aufgeht?

Was ist, wenn dort kein Weg oder Platz für mich ist. Diese Unsicherheiten lähmen uns, obwohl wir wissen: wie es ist, soll es nicht bleiben und wenn wir es nicht versuchen, werden wir auch nicht wissen, was hinter dieser Tür los ist.  

Wir stehen also vor dieser Tür und werden uns bewusst, warum wir hier stehen. Diesen kurzen Moment dürfen wir uns gönnen. Wir werden uns auch bewusst, dass die Tür für uns verschlossen bleiben könnte.

Wie öffnen wir nun diese Tür?

Mutig! – denn oft genug brauchen wir unseren ganzen Mut, um diese Bewegung zu machen.

Dann kommt es darauf, was für ein Typ wir sind: Reißen wir die Tür auf, oder stoßen wir sie sanft auf oder gucken wir erst mal vorsichtig durch einen Spalt hinein.

Jeder darf es auf seine Art machen – das ist in Ordnung. Wichtig ist, dass wir in Bewegung kommen. Das kann langsam und bedächtig passieren oder schnell und ruckartig –so wie wir sind.

Gefällt uns das, was wir dort antreffen, werden wir wohl weitergehen.

Gefällt uns nicht, was sich uns zeigt, so werden wir die Tür wieder schließen. Es war ein Versuch. Es ist ok. Wir können weiter gehen auf dem Flur, bis sich für uns eine neue Tür aufmacht.

Die Tür lässt sich nicht öffnen? Wir können weiter gehen zur nächsten Tür. Oder aber wir überlegen, wie wir die Türe trotzdem öffnen können.

 
tueren oeffnen

Was brauchen wir, damit wir die Türe öffnen können? Fehlt uns der Schlüssel, dann können wir ihn aktiv suchen. Fehlt uns die Kraft? Brauchen wir jemanden, der uns die Türe öffnet?.

Wer oder was kann unser Türöffner sein?

In unserem Leben brauchen wir auf unserem Weg so manches mal einen „Türöffner“, also etwas oder jemanden, der uns hilft auf unserem Weg.

Wer könnte der Schlüssel sein – vielleicht passt der Schlüssel auch nicht, weil wir vor der falschen Tür stehen.

Wir merken vielleicht in einem Bewerbungsgespräch für einen neuen Job, das die neue Firma gar nicht zu uns passt. Dann ist nicht der ganze Schritt des Jobwechsels falsch, sondern wir haben nur noch nicht den richtigen Arbeitgeber für uns gefunden.

Wenn wir den Eindruck haben, uns fehlt die Kraft, um die neue Tür zu öffnen, so dürfen wir uns hinterfragen, ob es uns an Entschlossenheit fehlt, um in den neuen Raum zu gelangen oder ob wir eine Kompetenz brauchen, bevor der Wechsel klappen kann.

Wir können uns auch Hilfe holen, um die Türe öffnen zu können. Ein Netzwerk (Freunde, Familie etc.), das uns unterstützt in Form eines „Schlüsseldienstes“ – den habe ich auch im realen Leben schon gebraucht, als ich mich selbst ausgesperrt habe.

Mitten im Leben und keine neue Tür in Sicht?

Eine Klientin sagte zu mir: schön und gut; das habe ich alles verstanden; und trotzdem stehe ich hier, Mitten im Leben, bin unzufrieden und schaffe es nicht raus auf den Flur oder gar bis zur nächsten Tür – die scheint meilenweit entfernt.

frau auf flur mit verschlossenen tueren

So können wir neue Türen und Wege finden

Wenn wir an diesem Punkt stehen und wirklich Veränderung wünschen, lohnt es sich, uns selbst besser kennenzulernen.

Wer sind wir, wofür stehe wir und wo wollen wir hin?

Unsere Werte, Ressourcen und Ziele sind die Aspekte, mit denen wir uns beschäftigen sollten. Mit Hilfe dieser Selbsterkenntnisse werden wir besser wissen, welche Tür für diesen Moment die richtige ist. 

  • Selbsterkenntnis: Wenn wir uns auf den Weg begeben, uns selbst besser kennen zu lernen, gehen oft viele Türen der Erkenntnis auf: welche persönlichen Fähigkeiten haben wir, was sind unsere Stärken, haben wir (unerwünschte) Verhaltensmuster, was sind unsere persönlichen Triggermomente  – all dies sind Komponenten, die uns aus machen.  
  • Werte: Oft sind wir uns unserer Werte gar nicht bewusst und doch sind sie ein Fundament in unserem Leben. Es sind Grundüberzeugungen, die uns im Leben leiten. Wenn wir entgegen unserer Werten leben, sind wir unzufrieden.
  • Ressourcen, Kompetenzen, Erfahrungen, Netzwerk: So viel haben wir schon in unserem Leben geschafft. Auf all unsere Ressourcen, Erfahrungen etc. können wir zurückgreifen. Eine Frage, die weiterhelfen kann ist: Was haben wir damals gemacht und was bedeutet das für die Situation heute?
  • Ziele: Ziele sind Wegweiser in unserem Leben (siehe auch meinen Blogbeitrag dazu). Ziele motivieren uns, treiben uns an, führen uns und geben unserem Handeln einen Sinn.

Wenn wir unsere Werte kennen, uns unserer Ressourcen bewusst sind und ein Ziel vor Augen haben, können wir die richtige Tür für neue Wege finden!

Türen sind also nicht nur im Advent eine spannende Sache😊. Immer wieder öffnen und schließen wir in unserem Leben reale Türen oder im übertragen Sinn: eine Tür schließt sich, eine neue Tür öffnet sich. Und klar ist auch: alte Wege öffnen eher keine neuen Türen.

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Bei welcher Tür waren Sie froh, sie schließen zu können? Hinter welcher Tür fanden Sie Ihr größtes Abenteuer? Schreiben Sie mir gerne.

Ulla Sieburg-Gräff

Ulla Sieburg-Gräff

*Coachin für Frauen, die ihre Lebensmitte zu ihren besten Jahren machen wollen.
*Mediatorin für alle, die ihre Konfliktel lösen möchten, etwa bei Streitigkeiten bezüglich Haustieren.

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